*1977 in Singapur, Malaysia

Anfang des Jahrtausends wurde Terence Koh schlagartig durch intensiv erfahrbare Objektinstallationen und spektakuläre Performances bekannt. Einflüsse aus dem Postminimalismus, der Body-Art der Siebzigerjahre, der Queere-Kultur und luxuriöser Dekadenz miteinander verwoben, führten bis zu seinem Rückzug aus dem Kunstmarkt 2014 zu gezielten Grenzüberschreitungen. Eine Auszeit in den Catskill Mountains (USA) evozierte eine neuartige schöpferische Herangehensweise, die das Innehalten unserer rastlosen Gesellschaft ebenso wie das Anthropozän, die sogenannte Epoche Mensch, hinterfragt. Auf fulminante Art und Weise erörtert der Künstler seither das Zusammenleben mit nichtmenschlichen Lebewesen. Den Menschen als Teil des Ökosystems verstehend, wirkte Koh erstmals in seinem Werk Bee Chapel als Performer im Dienst von Bienen. Durch die Rücknahme, respektive Neuausrichtung, eines menschlichen Selbstverständnisses kreiert Koh Räume der Erkundung, die die Suche einer inneren Ruhe zulassen. Im prozesshaften Schöpfungsakt plant Koh die Realisierung seines Traumhauses / Traumobjektes mittels vorgefundener Materialien in Form einer Kräuterschnecke, Nautilus (Nautilidae). Unterteilt in diverse Wohnsektionen – die vom Garten bis hin zur Feuerstelle und einem Schlafbereich im Inneren reichen – kreiert der Künstler mit «spiral home» ein bewohnbares Biotop, einen Kosmos, der Natur und Mensch auf kleinstem Raum miteinander verbindet.

 

Ausbildung/ Education

Emily Carr University of Art and Design, Vancouver, CAN: Bachelor of Fine Arts