*1978 in Lille, Frankreich

Die Multimediakünstlerin und Turner-Preisträgerin Laure Prouvost kreiert intermediale Installationen, die oftmals bizarre Vorstellungswelten erzeugen und den Betrachter auf unterschiedlichen Sinnesebenen in ihren Bann ziehen.

Mittels Film, Video, Soundinstallation, Malerei und Skulptur verschwimmen die Grenzen fluidartig zwischen Realität und Fiktion, wodurch unbekannte Denkräume eröffnet werden. Stets schafft die Künstlerin ausdrucksstarke Erzählungen, die keiner gradlinigen Erzählung folgen. Sinnestäuschungen und missverständlich interpretierbare Momente unterlaufen die Erwartungen der Betrachter. Und hinterfragen damit gleichzeitig die Wahrnehmung von Sprache. Prouvost involviert den Betrachter – auch mittels der eigenen Stimme – als aktiven, reflektierenden Teil ihrer Arbeit, wobei die visuelle Kraft und Leichtigkeit ihrer verführerischen Arbeiten nicht über den Tiefgang hinwegtäuschen kann. Auf eigenwillige, irritierende Art und Weise nähert sie sich den existenziellen Fragen des menschlichen Lebens an: Wo kommen wir her? Wer sind wir? Wo gehen wir hin? Wann flüchten wir oder verlieren uns selbst? Wie behält man Hoffnung? Was ist wahr und real? Fulminant führt Prouvost die inhaltlichen Stränge und Fragestellungen ihres bisherigen Œuvres in der ersten von ihr realisierten bewohnbaren Brusthügelskulptur «Boob Hills Burrows» in Frankfurt zusammen. Mit Betreten der zum Teil unter der Erde liegenden Skulptur, werden die Betrachter:innen mit der eigenen Geburt und Endlichkeit konfrontiert. Die Brustwarze aus rötlich getöntem Muranoglas bietet einen Lichtblick in den Himmel. 

 

Ausbildung/ Education

Goldsmiths, University of London, London, UK: Master of Fine Arts

Central Saint Martins, London, UK: Bachelor of Fine Arts 2000 – 2002

Auszeichnungen / Awards (Auswahl/ Selection)

2016 The International Critics’ Prize (FIPRESCI Prize), Oberhausen Short Film Festival, Oberhausen, DE

2013 Turner Prize, UK