*1968 in Göttingen, Deutschland

Über drei Jahrzehnte arbeitet der Konzept- und Aktionskünstler Christian Jankowski an der Grenze zwischen Kunst- und Alltagswelt. Jankowski widmet sich dabei der Dekonstruktion von Realität. Durch Inszenierungen, Aktionen und Performances deckt er mit satirischem Unterton Funktionsweisen von Systemen und Institutionen auf und stellt den Kunstbetrieb auf den Kopf: Ob mittels Film, Fotografie, Fernsehen oder Printmedien zeigt der Künstler die Widersprüchlichkeiten auf, in denen wir leben: in „Die Jagd (1992)“ geht er mit Pfeil und Bogen im Supermarkt „jagen“ oder weist durch „Sender and Receiver (2020)“ auf die mediale Unterrepräsentation systemrelevanter Berufe hin. International bekannt wurde er 1999 mit einer Arbeit für die Venedig Biennale, die ihn selbst im Gespräch mit italienischen TV-Wahrsagerinnen über seine Zukunft als Künstler zeigt.

Für tinyBE greift Jankowski mit «Bodybuilding (Mies van der Rohe)» thematisch das Denkmal auf. In seiner Recherche für die Umsetzung einer bewohnbaren Skulptur befasst sich der Künstler mit ruhmreichen Architekten des 20. Jahrhunderts, die anhand eines Denkmals für ihre außerordentliche Arbeit gewürdigt wurden. Vor Ort lässt Jankowski eine hochkomplexe, massive Betonskulptur in eine ausgehobene Grube gießen, die das Volumen sowie die äußere runde Form des Baus bestimmt. Im Inneren der Skulptur wird der Betrachter dem Relief von Mies van der Rohe begegnen können, das zugleich funktional einsetzbar sein wird und damit die vorherrschende Nutzung von monströsen Betonmunumenten in Frage stellt.

 

Ausbildung/ Education

Hochschule für Bildende Künste, Hamburg, DE: Bachelor of Fine Arts 1992–1998

Auszeichnungen / Awards (Auswahl/ Selection)

2015 Kunstpreis Finkenwerder, DE    

2013 Heitland Foundation Award, DE